Go to content
  • NETZWERK




Tags

Top 15

- Animexx (798)
- Changelog (307)
- Neues Feature (138)
- Verein (115)
- Vorstand (82)
- Projekte (39)
- Vorstandsnotizen (33)
- Mitgliederversammlung (30)
- Cosplay (29)
- Treffen (29)
- Weblog (29)
- MVV (28)
- Animexx-Stand (26)
- Fanart (25)
- Fanfiction (24)
Search within weblog
Eintries by Month...
2002
- June '02 (1)
Recent comments
05-17-: KarlE
04-28-: Koenigsberg
04-27-: Galileo
04-27-: Renny15
04-26-: Snowshoe
04-26-: night-blue-dragon
04-26-: Elsa
04-26-: Saiki
04-26-: Toto
04-26-: Dizzarah
Authors
- Ai-Megumi (2)
- Anderswelten (3)
- Ani (1)
- animexx (26)
- Aubergine (3)
- Azamir (2)
- Ben (43)
- BlackViper (1)
- Bobbi-San (3)
- Calafinwe (2)
- Camael (1)
- cato (582)
- chojin (1)
- Dark_chan (1)
- dasfuu (7)
- didarabocchi (7)
- Dio (6)
- DocSleeve (1)
- Elly-san (2)
- Engelszorn (1)
- FroZnShiva (2)
- Gabriel_deVue (1)
- Galileo (56)
- Ganondorf (1)
- GhostGambler (10)
- Haga (2)
- Kagetora (2)
- KaoruDark (3)
- KarlE (1)
- Kathal (3)
- Keno (3)
- KibouNoSenshi (3)
- Kickaha (6)
- Killy (2)
- Lamy (12)
- LiaraAlis (1)
- Lost_Time (5)
- Nachtdenker (2)
- Paranoia (1)
- Rmnrai (1)
- Ronjohn (1)
- Sai1 (14)
- Saiki (132)
- sailorhcb (2)
- Strong-Bow (2)
- TonaradossTharayn (43)
- Toto (15)
- Trunks21 (4)
- Varis (1)
- Veroko (13)
- WolfE (2)
- Yuya (1)
- _fireball_ (5)

"Manga Chutney" im kulturSPIEGEL Animexx

Autor:  cato

Nachdem schon ein Bericht im FOCUS (FOCUS 22/2002, S. 170-172) über das Phänomen Manga angeblich nicht nur auf positive Resonanz gestoßen sein soll, will der kulturSPIEGEL, die Beilage für Abonnenten der Zeitschrift SPIEGEL, in der aktuellen Ausgabe (erscheint am 24.06.) offenbar zeigen, wie es richtig geht und sich gleichzeitig vom Ruf befreien, im Gegensatz zum Muttermagazin in Richtung Boulevard abzudriften: Der Bericht über Manga beeindruckt schon beim Cover-Bild mit der Überschrift "Liebesgrüße aus Tokio - Deutsche Mädchen sind ganz wild auf japanische Sex-Comics", aber noch mehr im Text des Artikels "Manga Chutney" (kulturSPIEGEL 7/2002, S. 20-27) durch einen kreativen Umgang mit der Wirklichkeit und die wilde Entschlossenheit, mit der die Autoren Fakten zum Thema recherchierten und diese entsprechend auslegten, um zum gewünschten Schluss zu kommen. 
Im Folgenden gibt es eine Glosse zum Artikel mit weiteren Einzelheiten. 

Der Artikel ist hier online nachzulesen


---------- Glosse 

Bereits der Text des Covers, "Liebesgrüße aus Japan - Deutsche Mädchen sind ganz wild auf japanische Sex-Comics", macht klar, dass man sich hier nicht auf Klischees stützte, sondern sich die Wahrheit sorgsam selbst zusammenschusterte. Vor den zwei Seiten Bericht befindet sich auf einer Doppelseite eine kunstvolle Illustration, auf der gerade eine Frau von einem Tentakelmonster penetriert wird, wobei hier in der Darstellung wie im folgenden Artikel an Details nicht gespart wird und dem Leser also auch der dezent betonte Genitalbereich mitsamt Schamlippen und -behaarung, an dem sich das Wesen gerade zu schaffen macht nicht vorenthalten bleibt. Wehe dem, der sich hier fragt, an was für eine Leserschaft sich der kulturSPIEGEL mit dieser Illustration eigentlich wenden will. 

Der Artikel selbst macht endlich Schluss mit dem Klischee der ausschließlich männlichen Hentai-Otaku, denn "nun verlangen auch Mädchen nach den Bildergeschichten über Sex, Gewalt und Romantik", "begeistern sich auch für bluttriefende Action und drastischen Sexdarstellungen". Und das schon von klein auf, denn schon früh verfolgen sie Son Gokus "amouröse Abenteuer" mit, und "selbst in »Sailor Moon«, einem klassischen Comic für kleine Mädchen, verlieben sich die jungen Heldinnen ineinander und tauschen heiße Küsse aus". Hier vergaßen die Autoren allerdings leider, zu erwähnen, dass eine Ausgabe des "Sailor Moon"-Magazins wegen einer angeblichen sexuellen Belästigung Chibiusas bereits auf dem Index für jugendgefährdende Schriften landete - das nächste Mal ist da wohl sorgfältigere Recherche angesagt! 

Letztgenanntes Defizit machen die Autoren aber wett, indem sie erfreulicherweise darauf hinweisen, dass man keineswegs alle Manga in einen Topf werden darf, sondern dass Manga ein sehr breites Spektrum an Genres bietet: "Die Darstellungen von Sex und Erotik sind nicht nur beinahe allgegenwärtig, sie sind auch enorm facettenreich. Die Bandbreite reicht bei Manga für Schulkinder von gelupften Röcken, die den Blick auf Mädchenslips erlauben, bis zu Duschszenen; Manga für Ältere zeigen Sado-Maso, Inzest und Nekrophilie oder auch Monster, die mit mutierten Tentakeln Schulmädchen penetrieren.". 

Auch der Grund für die Begeisterung für Shônen-Ai wird geklärt: "Mädchen in diesem Alter wissen oft noch nicht allzu viel über Jungs, (...) sie fühlen sich da ein wenig verängstigt. Aber eine Liebesgeschichte zwischen zwei Jungs können sie genießen, ohne nervös zu werden, weil sie nichts mit ihrem Leben und ihrer Sexualität zu tun haben", weiß "der Manga-Zeichner Asuka Rei" zu berichten - und der muss es ja schließlich wissen. 

Den Autoren des Artikels, Jörg Böckem und Christoph Dallach, kann man eines sicher nicht vorwerfen: Sich nicht ausgiebig informiert zu haben. In den zwei Seiten Text werden erstaunlich viele, auch korrekte Fakten und Zitate angebracht, die zeigen, dass man sehr wohl recherchiert hat. Es schien im Gegenteil sogar ein besonderer Ehrgeiz darin gelegen zu sein, in eine möglichst breite Basis an Informationen nichtsdestoweniger ihr ganz eigenes Bild von Manga hineinzuprojizieren. Zumindest fällt das dann nicht mehr unter "Fahrlässigkeit"... 

----------